KI-Konzept Mittelschule 0 / 0 Felder
Schulentwicklung · Medienbildung · Berufsorientierung

Version 1.0 · Mittelschule  |  Schuljahr

KI-Konzeptin den Schulamtsbezirken Regen (REG) und Freyung-Grafenau (FRG)

Künstliche Intelligenz an unserer Mittelschule · Klassen 5–10

Grundfertigkeiten stärkenVerantwortung übernehmenKI kritisch verstehen

Verantwortlich (Schulleitung)
Ansprechperson KI / Medien
Zuletzt aktualisiert

Präambel

Arbeitsvorlage für die Klassen 5–10: Dieses Konzept wird von der jeweiligen Mittelschule in Freyung-Grafenau (FRG) oder Regen (REG) geprüft, ausgefüllt und beschlossen. Es ist kein Erlass der Schulämter. Die markierten Praxisbeispiele sind eigene, fiktive Vorschläge. Produktnennungen sind keine automatische schulische Freigabe.

Künstliche Intelligenz begegnet Jugendlichen bei der Suche nach Informationen, in sozialen Medien, beim Übersetzen und zunehmend beim Lernen und bei der Berufsorientierung. Die Mittelschule begleitet sie dabei, solche Angebote zu verstehen, Ergebnisse zu prüfen und Verantwortung für die eigene Arbeit zu übernehmen. Unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Sprachkenntnisse und technische Möglichkeiten werden berücksichtigt.

Lesen, Schreiben, Rechnen, fachliches Verstehen und praktisches Handeln bleiben unverzichtbar. Zugleich üben die Schülerinnen und Schüler einen begründeten Umgang mit KI: zunächst eng angeleitet in Klasse 5/6, zunehmend reflektiert in Klasse 7/8 und selbstständiger innerhalb klarer Regeln in Klasse 9/10. Eine Jahrgangsstufe ersetzt weder die Prüfung der Nutzungsbedingungen noch eine schulische Freigabe.

Eine Lernaufgabe – drei Schritte

In Klasse 7 berechnen die Lernenden zuerst selbst einen Preisnachlass. Im freigegebenen schulischen KI-Zugang lassen sie sich anschließend einen Hinweis geben. Zum Schluss lösen sie eine ähnliche Aufgabe ohne KI und erklären den Rechenweg. Erst dieser Transfer zeigt, ob die Hilfe das Verständnis gefördert hat.

Orientierung bieten der bayerische Handlungsleitfaden und die Hinweise des Kultusministeriums, der LehrplanPLUS Mittelschule sowie die didaktischen Modelle aus der Referenz. Die Unterrichtsbeispiele und die Jahrgangsprogression sind schulische Gestaltungsvorschläge, keine wörtlichen Lehrplanvorgaben.

Geltungsbereich und Verbindlichkeit. Nach schulspezifischer Prüfung und Beschluss gilt das Konzept für Unterricht, Ganztag und schulische Projekte, einschließlich Regelklassen und der an der Schule geführten M-Klassen. Beschluss durch am ; Beteiligung des Elternbeirats am . Die Beteiligungsrechte der Schulgemeinschaft sind zu beachten. Die Vorlage allein begründet keinen Beschluss.

Leitsatz unserer Schule zum KI-EinsatzVorschlag – anklicken und schulspezifisch formulieren.

Auf einen Blick – das Wichtigste für Eltern

Kurzfassung für Elternbrief und Schulhomepage. Die konkreten schulischen Regeln und freigegebenen Werkzeuge werden vor dem Einsatz mitgeteilt.

Dürfen die Schülerinnen und Schüler KI selbst nutzen?
Ja, wenn die Lehrkraft den Einsatz für die Aufgabe erlaubt und ein passender schulischer Zugang freigegeben ist. In Klasse 5/6 wird eng begleitet; in Klasse 7–10 wächst die Eigenverantwortung. Private Konten und kostenpflichtige Abos werden nicht vorausgesetzt.Beispiel: In Klasse 6 arbeitet eine Zweiergruppe zeitlich begrenzt im freigegebenen Lernraum und hält einen geprüften Hinweis im Heft fest.
Wofür wird KI eingesetzt?
Zum Erklären, Üben, Überarbeiten und Prüfen – mit einem klaren Lernziel. Lehrkräfte können Materialentwürfe differenzieren. In höheren Klassen kommen Bewerbungstraining und die kritische Auseinandersetzung mit KI in der Arbeitswelt hinzu.Beispiel: Eine Schülerin formuliert zuerst selbst Argumente und prüft anschließend, ob ein KI-Gegenargument sachlich trägt.
Was lernen die Jugendlichen über KI?
Sie lernen, wie solche Systeme vereinfacht funktionieren, warum Fehler und einseitige Antworten entstehen können, wie man Quellen prüft und welche Daten geschützt werden müssen.Beispiel: Ein angeführtes Buch wird im Katalog gesucht. Ist es nicht nachweisbar, wird es nicht als Beleg übernommen.
Was bleibt eigene Leistung?
Verstehen, entscheiden, begründen und üben. Lernende müssen die abgegebene Arbeit erklären können und dokumentieren erlaubte KI-Hilfe. Regelmäßige Phasen ohne KI sichern die Grundkompetenzen.Beispiel: Nach einem KI-Hinweis löst der Schüler eine zweite Gleichung ohne Hilfe und erklärt seine Schritte.
Was gilt für Hausaufgaben und Prüfungen?
Die Lehrkraft benennt vorher, ob KI ausgeschlossen, als begrenzte Hilfe oder als Gegenstand der Aufgabe zugelassen ist. Für Leistungsnachweise und Abschlussprüfungen gelten die verbindlich festgelegten Hilfsmittel. Ein Übungszugang ist keine Prüfungserlaubnis.Beispiel: Bei der Hausaufgabe sind Verständnisfragen erlaubt, fertige KI-Lösungen zum Abschreiben nicht. In einer Prüfung gelten allein die dort zugelassenen Hilfsmittel.
Welche Daten dürfen eingegeben werden?
In allgemeine KI-Dienste gehören keine persönlichen oder vertraulichen Angaben. Bei schulischen Systemen sind nur die für den freigegebenen Zweck vorgesehenen Daten zulässig. Ein Deckname allein macht Informationen nicht anonym.Beispiel: Eine Bewerbung wird mit fiktiven Angaben geübt. Echte Adresse, Zeugnis und Unterschrift werden nicht hochgeladen.
Wer hilft bei Problemen?
Klassenleitung, , Beratungslehrkraft und Schulleitung sind ansprechbar. Bei belastenden oder gefälschten Inhalten wird Unterstützung angeboten.Beispiel: Ein beleidigender KI-Clip wird nicht weiterverbreitet. Die betroffene Person wendet sich vertraulich an eine Lehrkraft.

1Unsere Schule und ihre Ausgangslage

1.1 Beschreibung der Schule

Muster für die Schulbeschreibung – durch echte Angaben ersetzen

„Unsere Mittelschule im Schulamtsbezirk FRG oder REG führt Regelklassen und gegebenenfalls M-Klassen. Sprachförderung, Berufsorientierung und selbstständiges Lernen sind Schwerpunkte. KI wird für begrenzte Lernaufgaben eingeführt; fachliches Üben, praktisches Arbeiten und persönliche Beratung bleiben wesentlich.“ Nur tatsächlich vorhandene Angebote übernehmen.

MerkmalAngabe
SchulartMittelschule, Jahrgangsstufen 5–10; Klasse 10 entsprechend dem örtlichen Bildungsangebot. Beispiel: Eine Schule ohne eigene 10. Klasse beschreibt ihren Anschluss im Mittelschulverbund, statt einen M-Zug zu behaupten.
Schülerinnen und SchülerBeispiel: Nur Gesamtzahlen verwenden; keine Namenslisten in das veröffentlichte Konzept aufnehmen.
Lehrkräfte / pädagogisches PersonalBeispiel: Lehrkräfte, Ganztag und Jugendsozialarbeit getrennt benennen, soweit vorhanden.
Standort, Beispiel: Schulamtsbezirk Freyung-Grafenau (FRG) oder Regen (REG) und ggf. Mittelschulverbund ergänzen.
Digitale Ausstattung
Beispiel: Ein geteilter Gerätesatz ermöglicht Partnerarbeit; ein privates Smartphone ist keine Voraussetzung.
Bestehende Konzepte
Beispiel: Das KI-Konzept verweist auf die vereinbarten Regeln zu Quellenangaben und auf den bestehenden Meldeweg bei Cybermobbing.

1.2 Ausgangslage: KI im Leben unserer Lernenden

Vorerfahrungen können stark auseinanderliegen. Wir erheben sie ohne Kontrolle privater Konten oder Chatverläufe. Für Hintergrunddaten können die KIM- und JIM-Studien des mpfs herangezogen werden: KIM untersucht 6- bis 13-Jährige, JIM 12- bis 19-Jährige. Bundesweite Ergebnisse sind keine Bestandsaufnahme unserer Schule.

1.3 Gesetzlicher und bildungspolitischer Rahmen

2Pädagogische Grundhaltung und das PRISMA-Modell

KI soll fachliches Lernen unterstützen. Wir fragen deshalb vor jeder Erprobung: Was können die Lernenden danach selbst besser? Die sechs PRISMA-Perspektiven der Referenz dienen als gemeinsames Prüfraster; ihre Ausgestaltung wird hier auf die Mittelschule übertragen.

PPotenzialeWelche Lernhürde lässt sich sinnvoll bearbeiten?Beispiel: Ein sprachlich vereinfachter GPG-Text eröffnet den Zugang zum gleichen Fachinhalt.
RRisikenWelche Fehler, Datenrisiken oder Abhängigkeiten sind zu erwarten?Beispiel: Ein plausibel klingendes Bewerbungsbeispiel enthält erfundene Qualifikationen; diese werden entfernt.
IIntegrationWo passt die Anwendung in Unterricht und Schulentwicklung?Beispiel: Eine kurze Rückmeldung ergänzt die bestehende Schreibkonferenz und ersetzt sie nicht.
SSkillsWelche Fähigkeiten benötigen Lehrkräfte und Lernende?Beispiel: Die Klasse übt, einen präzisen Auftrag zu formulieren und eine Fundstelle tatsächlich zu öffnen.
MMehrwertHilft der Einsatz dem Lernen gegenüber einer Alternative?Beispiel: Die Lernenden lösen nach der Hilfe eine vergleichbare Aufgabe selbst. Ein schönerer Text allein genügt nicht.
AAnalyseWoran erkennen wir Nutzen und Änderungsbedarf?Beispiel: Das Team wertet Lösungswege, Rückmeldungen und Vorbereitungsaufwand aus.

PRISMA-Raster aus der Grundschul-Referenzvorlage; dort Felix Urban zugeschrieben. Fragen und Beispiele dieser Fassung sind für die Mittelschule neu formuliert.

Einfach gesagt: Erst das Lernziel festlegen, dann das Werkzeug wählen. Eine KI-Hilfe ist sinnvoll, wenn Lernende anschließend mehr verstehen und selbst leisten können.

2.1 Doppelte Verantwortung der Mittelschule

Grundkompetenzen festigenLesen, Schreiben, Rechnen, Argumentieren und praktisches Handeln werden eigenständig geübt. Unterstützungsbedarf wird nicht durch fertige KI-Produkte verdeckt.Beispiel: Eine Schülerin bearbeitet einen Sachtext selbst und erklärt dessen Kernaussage, bevor sie eine Zusammenfassung vergleicht.
Mündigkeit und Berufsfähigkeit entwickelnLernende wählen Hilfen begründet aus, kontrollieren Ergebnisse und kennen Grenzen. Sie übernehmen Verantwortung für das eigene Produkt und für andere Menschen.Beispiel: Im Bewerbungstraining erkennt ein Schüler, dass eine sprachlich überzeugende Formulierung nur verwendet werden darf, wenn sie zu seinen tatsächlichen Erfahrungen passt.

3KI im Unterricht – didaktische Einbettung

Vom angeleiteten Erproben zum verantwortlichen Arbeiten: KI wird nur für klare Aufgaben und über freigegebene Zugänge genutzt. Klasse 5/6: kurze, eng begleitete Schritte. Klasse 7/8: begrenzte Nutzung mit Prüfung und Dokumentation. Klasse 9/10: zunehmend selbstständige Auswahl und kritische Reflexion. Die Lehrkraft legt Umfang und Grenzen fest.

3.1 Grundsätze des KI-Einsatzes

3.2 Einsatzszenarien in der Mittelschule

SzenarioBeschreibung und Praxis
Deutsch · Klasse 5/6Sachtexte verstehen, Wortschatz erweitern, Schreibideen ordnen. Die Lehrkraft prüft differenzierte Texte.Beispiel: Zwei Fassungen eines Textes über den Bayerischen Wald enthalten dieselben Kernaussagen. Lernende lesen, markieren Belege und formulieren eine eigene Zusammenfassung.
Mathematik · Klasse 5/6Rechenwege versprachlichen und Fehler erklären; grundlegende Verfahren ohne KI üben.Beispiel: Eine Musterlösung behauptet: 3/4 + 1/2 = 4/6. Mit Bruchstreifen wird auf 5/4 korrigiert und der Fehler erklärt.
Mathematik · Klasse 7/8Prozentrechnung und proportionale Zusammenhänge mit gestuften Hilfen bearbeiten.Beispiel: Ein Artikel kostet 80 €. Nach 15 % Rabatt sind 68 € zu zahlen. Erst selbst rechnen, dann den KI-Hinweis prüfen und eine neue Aufgabe ohne Hilfe lösen.
Deutsch / Englisch · Klasse 7/8Rückfragen zu Argumenten und begrenzte sprachliche Rückmeldung; die Überarbeitung entsteht selbst.Beispiel: Ein schulischer Lernpartner führt einen kurzen englischen Einkaufsdialog. Danach spielen zwei Lernende den Dialog ohne Gerät nach.
GPG / NT · Klasse 7–10Behauptungen, Quellen und Erklärungen vergleichen; Beobachtung und Experiment bleiben zentral.Beispiel: Eine KI erklärt einen physikalischen Versuch. Die Gruppe vergleicht die Erklärung mit Messwerten und Schulbuch statt mit einer zweiten KI-Antwort.
Wirtschaft und Beruf · Klasse 8–10Berufe recherchieren, Bewerbungsgespräche üben und den Wandel der Arbeitswelt untersuchen.Beispiel: Für ein fiktives Praktikum in einem Handwerksbetrieb in FRG oder REG werden Interviewfragen geübt. Tatsächliche Anforderungen werden bei einem realen Betrieb oder in offiziellen Berufsinformationen geprüft.
Berufsorientierende Fächer · Klasse 7–10Planungen in Technik, Ernährung und Soziales oder Wirtschaft und Kommunikation vergleichen; fachliche und praktische Prüfung ist nötig.Beispiel: Eine KI schlägt einen Arbeitsplan vor. Das Team prüft Reihenfolge und Materialbedarf. Maschinenbedienung, Sicherheitsregeln und Hygiene werden nicht aus KI-Ausgaben übernommen.
Prüfungsvorbereitung · Klasse 9/10Fehleranalyse, Übungsplanung und Hinweise; regelmäßig vollständige Bearbeitung ohne KI.Beispiel: Nach dem Üben des Satzes des Pythagoras rechnet die Schülerin eine neue Aufgabe unter den vorgesehenen Prüfungsbedingungen. Der Übungschat darf in der Prüfung nicht automatisch genutzt werden.
Sprachförderung / InklusionErklärungen, Satzstarter und geeignete assistive Technik passend zum Lernziel auswählen.Beispiel: Ein Fachwort erhält eine kurze Erklärung und einen Beispielsatz. Ein bewilligter Nachteilsausgleich wird individuell beachtet; Vorlesen ist nicht automatisch generative KI.
Vorbereitung durch LehrkräfteMaterial differenzieren, Aufgaben und Lösungsvorschläge erstellen; fachlich nachprüfen.Beispiel: Ein freigegebener ByCS-Zugang unterstützt einen Aufgabenentwurf. Die Lehrkraft kontrolliert jede Rechnung und passt das Niveau an die Lerngruppe an.

Direkt ausprobieren: drei Arbeitsaufträge

Nur im freigegebenen schulischen Zugang, mit zulässigen Eingaben und Kontrolle durch die Lehrkraft. Die Muster sind eigene Unterrichtsvorschläge.

1 · Erklären und prüfen, Klasse 5/6

Erkläre den Unterschied zwischen Fläche und Umfang an einem Rechteck. Verwende kurze Sätze und ein Beispiel mit 6 cm Länge und 4 cm Breite. Stelle mir danach eine Kontrollfrage. Warte auf meine Antwort, statt die Aufgabe für mich zu lösen.

Prüfen: Fläche 24 cm², Umfang 20 cm; Einheiten unterscheiden. Transfer: Ein anderes Rechteck ohne KI bearbeiten.

2 · Bewerbungsgespräch üben, Klasse 8/9

Übe mit mir ein Gespräch für einen fiktiven Praktikumsplatz in einem Handwerksbetrieb. Frage einzeln nach Interesse, Stärken und Zusammenarbeit. Fordere konkrete Beispiele. Erfinde keine Kenntnisse oder Erfahrungen für mich. Verwende keine echten Namen, Adressen oder Betriebsdaten.

Prüfen: Passt die Antwort zu den eigenen Erfahrungen? Transfer: Gespräch mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler ohne Gerät führen.

3 · Gleichungen üben, Klasse 9/10

Ich übe lineare Gleichungen. Gib mir eine passende Aufgabe und warte auf meinen Lösungsversuch. Bei einem Fehler gib zunächst nur einen Hinweis. Löse nicht sofort vollständig. Stelle anschließend eine ähnliche Aufgabe, die ich alleine bearbeite.

Prüfen: Jeden Schritt selbst nachvollziehen und die Lösung durch Einsetzen kontrollieren. Das Niveau wird an Regel- bzw. M-Klasse angepasst.

3.3 Was wir bewusst nicht tun

3.4 Unsere KI-Regeln für Schülerinnen und Schüler

So gehen wir mit KI um – Klassen 5–10

  1. 1KI ist ein Werkzeug, kein Mensch. Ein freundlicher Chat ersetzt keine verlässliche menschliche Beratung.Beispiel: Bei einem persönlichen Problem spreche ich mit einer vertrauten Person.
  2. 2Ich prüfe Antworten und Quellen. Überzeugend klingende Aussagen können falsch sein.Beispiel: Eine Rechnung prüfe ich selbst; eine Quelle öffne und lese ich.
  3. 3Ich schütze persönliche Daten. Keine privaten Fotos, Stimmen, Adressen, Zeugnisse oder vertraulichen Angaben eingeben.Beispiel: Für eine Übungsbewerbung verwende ich erfundene Daten.
  4. 4Ich respektiere andere. Keine gefälschten Bilder oder Stimmen zur Täuschung oder Bloßstellung.Beispiel: Ein verletzendes Video teile ich nicht und hole Hilfe.
  5. 5Meine Leistung bleibt erkennbar. Ich halte mich an die Aufgabenregel und kennzeichne erlaubte KI-Hilfe.Beispiel: Ich notiere: „KI für Rückfragen genutzt; Argumentation selbst verfasst.“
  6. 6Ich nutze nur erlaubte Zugänge. Ich beachte Zweck, Zeitrahmen und die Regeln der Lehrkraft.Beispiel: Nach einem Hinweis schließe ich den Chat und löse eine neue Aufgabe selbst.

Als Klassenposter einsetzen. In Klasse 5/6 gemeinsam an Beispielen erarbeiten; in höheren Klassen auf Fachaufgaben und Berufsorientierung übertragen.

4Was Schülerinnen und Schüler über KI lernen

Das schulische Curriculum verbindet Fachlernen, Medienkritik und Handlungsfähigkeit. Es berücksichtigt Regelklassen, M-Klassen sowie unterschiedliche sprachliche und fachliche Voraussetzungen. Die folgenden Bausteine sind ein Vorschlag zur Verteilung; das Jahrgangsteam ordnet sie den tatsächlich unterrichteten Fachinhalten zu.

4.1 Die fünf Dimensionen – in der Mittelschule

Lernen mit KIEin Werkzeug gezielt für einen begrenzten Arbeitsschritt verwenden.Beispiel: Mit Erlaubnis werden Rückfragen zu einer eigenen Gliederung gesammelt.
Lernen über KIFunktionsweise, Grenzen und gesellschaftliche Wirkungen untersuchen.Beispiel: Die Klasse diskutiert, warum ähnliche Trainingsbeispiele zu einseitigen Antworten beitragen können.
Lernen durch KIEine Lerninteraktion nutzen und ihren Nutzen überprüfen.Beispiel: Ein Lernpartner gibt einen Hinweis; eine neue Aufgabe ohne Hilfe überprüft das Verständnis.
Lernen trotz KIEigenständiges Üben erhalten, auch wenn Automatisierung möglich wäre.Beispiel: Kopfrechnen und freies Sprechen bleiben regelmäßige Übungsphasen.
Lernen ohne KIBeobachten, experimentieren, praktisch arbeiten und miteinander lernen.Beispiel: Im Technikunterricht wird ein Werkstück geplant, gefertigt und am realen Ergebnis beurteilt.

Fünf Perspektiven des Lernens in Anlehnung an Joscha Falck; eigene Beispiele. Bezug: KI-Kompetenzen für Lehrende und Lernende.

4.2 Kompetenzbereiche für die Klassen 5–10

VerstehenMusterlernen und Textgenerierung vereinfacht erklären; Fehler, Unsicherheit und Datenabhängigkeit kennen.Beispiel: Lernende erklären, warum ein Sprachmodell eine nicht existierende Quelle überzeugend formulieren kann.
AnwendenZiel, Kontext und Grenzen eines Auftrags benennen; Hilfe dosieren und Ergebnis prüfen.Beispiel: „Gib einen Hinweis zu meiner Gleichung, keine vollständige Lösung.“ Anschließend wird die Probe gerechnet.
ReflektierenNutzen, Eigenleistung, Quellen, Verzerrungen, Daten und Rechte abwägen.Beispiel: Eine Berufsübersicht enthält Klischees. Das Team vergleicht sie mit tatsächlichen Tätigkeitsbeschreibungen.
MitgestaltenRegeln und Lernprozesse mitentwickeln und Entscheidungen begründen.Beispiel: Die SMV schlägt verständliche Regeln zur Kennzeichnung vor und erprobt sie mit Lehrkräften.

Adaptiert nach Susanne Alles, Joscha Falck, Manuel Flick und Regina Schulz: KI-Kompetenzen für Lehrende und Lernende. Die Aufgaben und Jahrgangszuordnung sind eine eigene schulische Konkretisierung; kein unverändert übernommenes Kompetenzraster.

4.3 Der KI-Kompetenzpass – schrittweise von Klasse 5 bis 10

Der Kompetenzpass ist ein schulinternes Lernportfolio, kein amtlicher Nachweis und keine automatische Nutzungserlaubnis. Er dokumentiert, was Lernende erklären, prüfen und selbst leisten können. Ein Produktkonto oder ein bestimmtes Gerät ist dafür nicht erforderlich.

4.4 Aufbau nach Jahrgangsstufen

Jahrgang / BereichKompetenzen und sichtbares Lernergebnis
Klasse 5KI im Alltag, persönliche Daten, Unterschiede zwischen Mensch und System; gemeinsame Prüfung vorbereiteter Antworten.Beispiel: Ein falscher Bruchrechenweg wird mit Material überprüft. Ergebnis: eine eigene Erklärung und eine Datenregel.
Klasse 6Präzise Fragen, Quellenvergleich und erste eng begleitete Nutzung eines passenden schulischen Zugangs.Beispiel: Eine Zweiergruppe verbessert eine unklare Frage, prüft die Antwort im Schulbuch und benennt eine Grenze der KI.
Klasse 7Begrenzte Lernhilfe, Dokumentation und Erkennen von Einseitigkeit; eigenes Fachwissen als Maßstab.Beispiel: Zuerst Prozentaufgaben selbst bearbeiten, danach nur Hinweise anfordern; abschließend eine Transferaufgabe lösen.
Klasse 8Bewerbung und Praktikum, Medienmanipulation und verantwortliches Handeln; Ergebnisse systematisch prüfen.Beispiel: Ein fiktives Bewerbungsschreiben wird auf unbelegte Behauptungen geprüft. Ein Gespräch wird anschließend ohne Gerät geübt.
Klasse 9Quali-Vorbereitung, Berufswahl und eigenständige Dokumentation; Hilfsmittelgrenzen sicher kennen.Beispiel: Ein Übungsplan enthält KI-gestützte Fehlerbesprechung und vollständige Probedurchläufe ohne KI.
Klasse 10Vorbereitung auf den mittleren Schulabschluss, vertiefte Quellenkritik und begründete Werkzeugwahl.Beispiel: In einem Projekt zur KI in der Arbeitswelt werden Originalquellen verglichen und Grenzen der eigenen Recherche erläutert.
Ganztag / FörderungDieselben Regeln und dokumentierten Zugänge wie im Unterricht; abgestimmte Hilfe und Alternativen.Beispiel: Eine Betreuungskraft nutzt nur die für die Aufgabe erlaubte Hilfe und fragt bei unklarer Freigabe die zuständige Lehrkraft.

5Hausaufgaben, Leistungsnachweise und Prüfungen

Eigenständigkeit bedeutet, die eigene Arbeit erklären und verantworten zu können. Vor jeder Aufgabe werden erlaubte Hilfen und die geforderte Dokumentation geklärt. Unterrichtliche Erprobung, häusliches Üben und Prüfungssituationen werden klar unterschieden.

5.1 Regelungen

FormatRegelung und Beispiel
HausaufgabenDie Lehrkraft benennt eine von drei Regeln: ohne KI; KI nur für benannte Hilfen; KI ausdrücklich Bestandteil der Aufgabe. Fehlt eine Freigabe, wird vor Nutzung nachgefragt.Beispiel: Erlaubt: einen Begriff erklären lassen. Nicht erlaubt: den verlangten eigenen Text vollständig erzeugen und als eigene Leistung abgeben.
Schriftliche / mündliche LeistungsnachweiseEs gelten die vorher bekanntgegebenen zulässigen Hilfsmittel und die schulrechtlichen Vorgaben. KI ist kein allgemein zugelassenes Hilfsmittel.Beispiel: Ein im Unterricht verwendeter Chatbot bleibt beim schriftlichen Nachweis geschlossen, wenn er dort nicht zugelassen ist.
Quali und mittlerer SchulabschlussMaßgeblich sind die aktuellen verbindlichen Prüfungsbestimmungen und Hilfsmittelvorgaben. Ein Schulkonzept kann diese nicht erweitern.Beispiel: Die Klasse übt vor der Prüfung mit den tatsächlich zugelassenen Hilfsmitteln. Auch auf einem erlaubten Gerät ist nicht jede Funktion erlaubt.
Referate, Projekte, PräsentationenErlaubte KI-Anteile, Quellen, Prozessdokumentation und Eigenleistung werden vorab festgelegt.Beispiel: Bewertet werden neben dem Produkt eine eigene Begründung und das Fachgespräch. Alle Teammitglieder erläutern ihren Beitrag.
Bewerbung / PraktikumsberichtTatsächliche Erfahrungen werden selbst beschrieben. Erlaubte Formulierungshilfe darf keine Fähigkeiten oder Tätigkeiten erfinden.Beispiel: Aus einer selbst notierten Beobachtung entsteht ein eigener Absatz. Betriebsgeheimnisse, Kundendaten und Personalinformationen bleiben geschützt.
Feedback und BenotungÜbungsfeedback eines freigegebenen Systems wird kritisch geprüft. Die abschließende Bewertung bleibt bei der Lehrkraft.Beispiel: Eine Rückmeldung lobt ein sachlich falsches Argument. Die Lernenden korrigieren es anhand einer Quelle und besprechen es mit der Lehrkraft.
Nachteilsausgleich / UnterstützungIndividuell bewilligte Hilfen und geltende Regelungen bleiben maßgeblich. Eine KI-Anwendung wird nicht eigenmächtig als Ersatz eingesetzt.Beispiel: Eine zugelassene Vorlesehilfe erlaubt nicht automatisch eine generative Antwortfunktion.

5.2 Kennzeichnung und Eigenleistung

Bei erlaubter KI-Nutzung wird knapp und nachvollziehbar dokumentiert. Ein Chatverlauf ersetzt keine Quellenangabe. Es werden nur die für die Dokumentation nötigen Ausschnitte ohne persönliche oder vertrauliche Daten festgehalten.

Vorlage: „So habe ich KI genutzt“

Werkzeug / Datum / erlaubter Zweck:
Meine eigene Vorarbeit:
Wesentliche Eingabe und verwendeter KI-Anteil:
So habe ich Fakten, Quellen oder Rechnung geprüft:
Das habe ich verändert oder verworfen:
Das kann ich jetzt ohne KI erklären:

Ausgefülltes Beispiel – Klasse 9

Zweck: Rückfragen für ein fiktives Bewerbungsgespräch. Vorarbeit: eigene Stärken mit Beispielen gesammelt. KI-Anteil: drei Interviewfragen. Prüfung: Anforderungen mit einer tatsächlichen Stellenbeschreibung verglichen. Verworfen: eine Antwort mit erfundener Berufserfahrung. Eigenleistung: Antworten selbst formuliert und im Rollenspiel frei erläutert.

5.3 Wenn Zweifel an der Eigenständigkeit entstehen

Unser Vorgehen: Auffälliger Stil oder ein Detektorwert wird nicht als alleiniger Beweis behandelt. Die Lehrkraft klärt den Arbeitsprozess, hört die betroffene Person an und prüft weitere nachvollziehbare Anhaltspunkte. Etwaige schulische Folgen richten sich nach den geltenden Regeln und dem geklärten Einzelfall.

Gespräch ohne vorschnelle Unterstellung

„Erkläre mir, wie du zu diesem Argument gekommen bist. Welche Quelle hast du tatsächlich gelesen? Was war dein eigener Entwurf?“ Eine vergleichbare kurze Aufgabe im Unterricht kann fachliches Verständnis sichtbar machen. Ein sprachlicher Unterschied allein beweist keine Täuschung.

6Datenschutz, Jugendmedienschutz, Recht und Ethik

Schutz und Verantwortung gelten in jedem Alter. Persönliche und vertrauliche Angaben werden nicht in allgemeine KI-Dienste eingegeben. Schulische Systeme dürfen nur im dokumentierten Rahmen verwendet werden. Private Accounts, eine EU-Serveradresse oder ein Deckname ersetzen keine schulische Prüfung.

6.1 Datenschutz und Freigabe

Werkzeugliste – Freigabe erst nach dokumentierter Prüfung

Produktbeispiele und leere Felder sind keine Freigabe. Stand, zugelassene Jahrgänge, Funktionen und Verantwortliche werden konkret festgehalten.

– Anbieter: . Erlaubter Zweck, Daten, Entscheidung und Prüfdatum separat dokumentieren.

– Rechtsgrundlage, Zugangsbedingungen, notwendige Verträge, Datenflüsse, Aufsicht, Löschung und Alternative dokumentieren.

Nicht zugelassen: Nutzung ohne schulische Freigabe, Weitergabe fremder Accounts, Umgehen von Altersregeln und Eingabe unzulässiger Daten.

Stand: Schuljahr

Muster für einen Freigabevermerk

„Werkzeug und Zugang: [Eintrag]. Lerngruppe: [Jahrgang]. Zweck: [Lernziel]. Zulässige Eingaben: [Angaben]. Nicht erlaubte Funktionen: [Grenzen]. Prüfung und Entscheidung: [Stelle, Datum]. Information / ggf. Einwilligung: [Vorgehen]. Aufsicht, Löschung und Alternative: [Regelung]. Nächste Überprüfung: [Termin].“ Erst die tatsächliche Prüfung macht daraus einen belastbaren Eintrag.

6.2 Rechtlicher Rahmen

GrundlageBedeutung für die Schule
DSGVORechtsgrundlage, Transparenz, Datenminimierung und Schutzmaßnahmen gelten auch bei KI. Einwilligung ist nicht für jede schulische Verarbeitung die einzige mögliche Grundlage. Amtlicher Verordnungstext.Beispiel: Persönliche Gesprächsnotizen bleiben im geschützten schulischen Verfahren.
EU-KI-VerordnungPflichten hängen von System, Verwendungszweck und geltender Fassung ab. Materialentwurf, Leistungsbewertung und Bildungszugang sind nicht gleichzusetzen. Dieses Konzept schließt automatisierte Noten- und Laufbahnentscheidungen aus. EU-Kommission zum AI Act.Beispiel: Eine Übungsfrage erzeugen zu lassen ist keine Erlaubnis, ein System die Versetzung beurteilen zu lassen.
Bayerisches SchulrechtBayEUG, BaySchO, Mittelschulordnung und aktuelle Prüfungsvorgaben bleiben maßgeblich. Schulische Aufgabenregeln dürfen verbindliche Prüfungsbestimmungen nicht ersetzen. BAYERN.RECHT.Beispiel: Die zugelassenen Hilfsmittel für eine Abschlussprüfung werden aus den jeweils geltenden Vorgaben übernommen.
Urheberrecht / PersönlichkeitsrechteMaterial darf nur im rechtlich zulässigen Umfang verwendet und hochgeladen werden. KI-Ausgaben können Rechte Dritter berühren. Urheberrechtsgesetz.Beispiel: Ein fremdes Schulbuch wird nicht komplett in einen Chat geladen; reale Mitschüler werden nicht als täuschende KI-Figuren nachgebildet.
Jugendmedienschutz / SchutzkonzeptBelastende, diskriminierende und täuschende Inhalte werden im schulischen Schutzverfahren bearbeitet.Beispiel: Ein manipulierter Klassenchat-Beitrag wird vertraulich gemeldet und nicht als Unterrichtsbeispiel vor allen gezeigt.

Die schulischen Schutzregeln dieser Vorlage sind Gestaltungsvorschläge. Rechtliche Einordnung und konkrete Produktfreigabe erfolgen durch die zuständigen Stellen anhand der aktuellen Vorgaben.

6.3 Ethische Leitlinien

6.4 Umgang mit Missbrauch und Meldewege

Bei KI-gestütztem Mobbing, gefälschten Aufnahmen oder belastenden Chats steht der Schutz der betroffenen Person im Mittelpunkt. Keine öffentliche Vorführung, keine Weiterverbreitung und keine vorschnellen Schuldzuweisungen.

7Fortbildung des Kollegiums

Fortbildung verbindet fachliche Kontrolle, Unterrichtsgestaltung und sichere Begleitung der Lernenden. Lehrkräfte müssen nicht jedes Produkt kennen, aber Lernziele, Grenzen und die freigegebenen Zugänge beherrschen. Die folgenden Zeitansätze sind Vorschläge für die schulische Planung.

7.1 Fortbildungsformate

FormatUmsetzung
Kurzformate in der Konferenz15–20 Minuten zu einem überprüfbaren Unterrichtsbeispiel.Beispiel: Ein Mathematikteam zeigt einen KI-Hinweis, einen fachlichen Fehler und die anschließende Transferaufgabe.
Offene Sprechstunde unterstützt bei Fragen und Materialprüfung.Beispiel: Eine Lehrkraft bringt einen fiktiven Übungsauftrag mit; gemeinsam werden Datenbezug und Lernziel geprüft.
Schulinterne FortbildungEin vereinbarter Fortbildungsblock zu Aufgabendesign, Zugängen, Datenschutz und Leistungsbewertung.Beispiel: Drei Stationen: Lernhilfe dosieren, eine Quelle überprüfen, erlaubte KI-Nutzung dokumentieren.
Externe AngeboteGeeignete Angebote über ALP/KIKO, FIBS und regionale Beratung auswählen.Beispiel: Nach einer Fortbildung erprobt ein Tandem einen begrenzten Baustein und berichtet über Nutzen und offene Fragen.
Gemeinsamer MaterialpoolGeprüfte Aufgaben, Kompetenzpass-Bausteine, Hilfekarten und Elterninformationen mit Stand und Zuständigkeit.Beispiel: Zu jeder Aufgabe gehören erlaubte Hilfen, erwartete Eigenleistung und ein Transfer ohne KI.
Ganztag / pädagogisches PersonalEinweisung in Zugänge, Aufgabenregeln und Meldewege.Beispiel: An einer Fallkarte wird geübt, wie bei einer unklaren KI-Freigabe nachgefragt wird.

7.2 Kompetenzziele für Lehrkräfte

8Zuständigkeiten, Eltern und Schulgemeinschaft

Ein tragfähiges Konzept entsteht gemeinsam mit Lehrkräften, Lernenden, Eltern und pädagogischem Personal. Zuständigkeiten werden so festgelegt, dass im Alltag klar ist, wer Fragen beantwortet und wer entscheidet. Die Zuständigkeit der Gremien richtet sich nach den geltenden schulrechtlichen Vorgaben.

8.1 Strukturen und Zuständigkeiten

StelleAufgabe und Beispiel
KI- / Medienkoordination pflegt Konzept und Werkzeugübersicht und koordiniert Erprobung und Beratung. Entlastung: .Beispiel: Eine neue Funktionsidee wird zunächst mit Zweck, Datenbedarf und betroffener Altersgruppe beschrieben.
SchulleitungVerantwortet schulische Entscheidungen im zuständigen Rahmen und sorgt für Prüfung, Information und Umsetzung.Beispiel: Eine Erprobung wird auf festgelegte Klassen und Funktionen begrenzt; offene Rechtsfragen werden vorab geklärt.
Lehrerkonferenz / Fach- und JahrgangsteamsStimmen Lernziele, Aufgabengestaltung und Dokumentation ab; beteiligen sich entsprechend ihren Zuständigkeiten.Beispiel: Die Jahrgangsteams vereinbaren gemeinsame Regeln für KI-Hilfe bei Hausaufgaben.
Schulforum / zuständiges Gremium wird mit seinen gesetzlichen Aufgaben beteiligt.Beispiel: Eine neue Fassung wird mit den vorgesehenen Beteiligten beraten und der Beschluss dokumentiert.
ElternbeiratBringt Rückmeldungen ein und unterstützt verständliche Kommunikation.Beispiel: Die Elternfassung wird darauf geprüft, ob Regeln ohne technisches Vorwissen verständlich sind.
SMV / KlassenratLernende wirken an verständlichen Regeln und Rückmeldungen mit.Beispiel: Die SMV schlägt Beispiele für eine faire Kennzeichnung und Hilfe bei manipulierten Bildern vor.
Ganztag / Beratung / JugendsozialarbeitSetzen abgestimmte Regeln um und unterstützen bei Problemen entsprechend ihrer Aufgaben.Beispiel: Alle kennen den vertraulichen Meldeweg und die Grenze zwischen Lernhilfe und Aufgabenübernahme.

8.2 Technische Infrastruktur

8.3 Kommunikation mit den Eltern

KI zu Hause – Empfehlungen an die Eltern

  • Lassen Sie sich zuerst den Arbeitsauftrag und den eigenen Versuch zeigen.Beispiel: Fragen Sie: „Was ist erlaubt? Was hast du selbst schon herausgefunden?“
  • Unterstützen Sie durch Rückfragen statt durch fertige KI-Lösungen.Beispiel: Nach einer erlaubten Erklärung soll Ihr Kind den Inhalt in eigenen Worten wiedergeben.
  • Erwarten Sie kein privates Abo und richten Sie kein Konto zur Umgehung von Altersregeln ein.Beispiel: Wenn ein Zugang fehlt, wird mit der Lehrkraft eine gleichwertige Lösung vereinbart.
  • Schützen Sie persönliche Angaben und vertrauliche Unterlagen.Beispiel: Ein echtes Zeugnis oder ein Bewerbungsfoto wird nicht zur schnellen Überarbeitung in einen allgemeinen Chat geladen.
  • Sprechen Sie über Fehler, Manipulation und persönliche Grenzen.Beispiel: Eine beunruhigende Aufnahme wird nicht weitergeteilt; eine vertraute Person hilft beim Klären.
  • Achten Sie auf eigenständige Übungsphasen und einen gesunden Umgang.Beispiel: Vor der Prüfung wird ohne KI geübt. Persönliche Sorgen werden mit Menschen besprochen, nicht allein mit einem Chatbot.

9Evaluation und Weiterentwicklung

Entscheidend sind fachliches Lernen, reflektierter Umgang und verlässliche Schutzregeln. Weder die Zahl erzeugter Texte noch die Nutzungsdauer einer Anwendung belegen für sich einen Lernerfolg. Das Konzept wird mit überschaubarem Aufwand regelmäßig überprüft.

9.1 Evaluationsrhythmus

ZeitraumMaßnahme
LaufendErfahrungen, Fehler und Rückfragen sammeln; betroffene Regeln bei Bedarf anpassen.Beispiel: Eine erfundene Quellenangabe wird zum Anlass, den Quellencheck in die Aufgabe aufzunehmen.
JährlichBilanz im Kollegium mit Rückmeldungen von Lernenden und Eltern; Kompetenzpass und Zugänge überprüfen.Beispiel: Ein Jahrgangsteam vergleicht eigene Schülerlösungen nach Übungen mit und ohne KI-Hinweis, ohne daraus vorschnell einen ursächlichen Effekt abzuleiten.
Alle zwei JahreDas Gesamtkonzept mit den zuständigen Beteiligten überarbeiten und Beschlüsse dokumentieren.Beispiel: Jahrgangsprogression, Fortbildungsbedarf und Berufsorientierung werden gemeinsam betrachtet.
AnlassbezogenAuf neue Vorgaben, geänderte Funktionen und konkrete Vorfälle reagieren.Beispiel: Eine neue Upload-Funktion bleibt bis zur Klärung ungenutzt.

9.2 Evaluationsinstrumente

PRISMA-Fragen für die jährliche Bilanz

BereichUmsetzung
P – PotenzialeWo hat KI einen konkreten Zugang zum Lernen erleichtert?Beispiel: Eine sprachliche Erklärung half beim Verstehen eines Fachbegriffs.
R – RisikenWelche fachlichen Fehler, Datenfragen oder problematischen Nutzungen traten auf?Beispiel: Die Rückmeldung führte zur deutlicheren Begrenzung einer Upload-Funktion.
I – IntegrationPasst der Einsatz in Fachunterricht, Förderung und Berufsorientierung?Beispiel: Doppelte Dokumentation wird durch eine gemeinsame Vorlage ersetzt.
S – SkillsWelche Kompetenzen brauchen Kollegium und Lernende noch?Beispiel: Ein zusätzlicher Baustein zum Quellencheck wird in Klasse 7 eingeplant.
M – MehrwertWas gelingt eigenständig besser, und was bleibt unklar?Beispiel: Die Erklärung einer neuen Aufgabe zählt stärker als ein schön formulierter KI-Text.
A – AnalyseWas wird beibehalten, verändert oder beendet?Beispiel: Eine Erprobung wird mit Verantwortlichkeit und Überprüfungstermin weitergeführt.

10Anhang

10.1 Definitionen – verständlich erklärt

BegriffErklärung
KI / AIKünstliche Intelligenz bezeichnet unterschiedliche technische Verfahren, die Aufgaben wie Mustererkennung oder die Erzeugung von Inhalten bearbeiten. KI ist nicht mit menschlichem Verstehen gleichzusetzen.Beispiel: Ein System erkennt Muster in Bildern; ein anderes erstellt Text.
SprachmodellEin auf vielen Beispielen trainiertes Modell erzeugt Text anhand gelernter Muster und des eingegebenen Kontexts. Flüssige Sprache garantiert keine Wahrheit.Beispiel: Eine überzeugende Erklärung kann eine falsche Rechnung enthalten.
PromptEine Eingabe mit Aufgabe, Kontext und gewünschten Grenzen. Ein genauer Prompt kann helfen, ersetzt aber keine Prüfung.Beispiel: „Gib nur einen Hinweis und warte auf meinen Versuch.“
HalluzinationEine inhaltlich falsche oder unbelegte KI-Ausgabe, die zutreffend wirken kann.Beispiel: Eine angebliche Studie ist unter dem genannten Titel nicht auffindbar.
DeepfakeTäuschend echt wirkende, durch KI erzeugte oder manipulierte Bild-, Ton- oder Videoinhalte.Beispiel: Eine gefälschte Aufnahme scheint eine reale Person etwas sagen zu lassen.
BiasSystematische Verzerrung oder Einseitigkeit, etwa durch Daten, Gestaltung oder Verwendung eines Systems.Beispiel: Eine Berufsdarstellung ordnet Tätigkeiten stereotyp einem Geschlecht zu.
Personenbezogene DatenInformationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen. Auch Kombinationen können jemanden erkennbar machen.Beispiel: Schule, Klasse und ein besonderes Ereignis können zusammen eine Person identifizierbar machen.
PseudonymEin Ersatzname. Kann die Information einer Person wieder zugeordnet werden, ist sie nicht automatisch anonym.Beispiel: „Lernende17“ ist über eine geschützte Liste zuordenbar.
EigenleistungDer selbst erarbeitete und verantwortete Anteil einer Aufgabe. Erlaubte Hilfen müssen nach Aufgabenregel offengelegt werden.Beispiel: Ich kann erklären, weshalb ich einen Vorschlag übernommen oder verworfen habe.
DSGVODie europäische Datenschutz-Grundverordnung regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten.Beispiel: Die Schule klärt Zweck, Rechtsgrundlage, Zugriffe und Löschung.
AI ActDie europäische KI-Verordnung enthält Regeln für KI-Systeme; Pflichten hängen unter anderem vom Einsatzzweck ab.Beispiel: Ein allgemeiner Textentwurf wird anders geprüft als ein Bewertungssystem.
PRISMAPrüfraster der Referenz: Potenziale, Risiken, Integration, Skills, Mehrwert und Analyse.Beispiel: Vor und nach einer Erprobung werden dieselben sechs Perspektiven betrachtet.
DaZDeutsch als Zweitsprache. Sprachliche Unterstützung soll den Zugang zum Fachlernen erleichtern.Beispiel: Ein Fachwort wird mit kurzer Erklärung, Beispiel und ggf. Übersetzung erschlossen.

Wörter, die du kennen solltest

KI / AIKünstliche Intelligenz bezeichnet unterschiedliche technische Verfahren, die Aufgaben wie Mustererkennung oder die Erzeugung von Inhalten bearbeiten. KI ist nicht mit menschlichem Verstehen gleichzusetzen.Beispiel: Ein System erkennt Muster in Bildern; ein anderes erstellt Text.
PromptEine Eingabe mit Aufgabe, Kontext und gewünschten Grenzen. Ein genauer Prompt kann helfen, ersetzt aber keine Prüfung.Beispiel: „Gib nur einen Hinweis und warte auf meinen Versuch.“
HalluzinationEine inhaltlich falsche oder unbelegte KI-Ausgabe, die zutreffend wirken kann.Beispiel: Eine angebliche Studie ist unter dem genannten Titel nicht auffindbar.
DeepfakeTäuschend echt wirkende, durch KI erzeugte oder manipulierte Bild-, Ton- oder Videoinhalte.Beispiel: Eine gefälschte Aufnahme scheint eine reale Person etwas sagen zu lassen.
Personenbezogene DatenInformationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen. Auch Kombinationen können jemanden erkennbar machen.Beispiel: Schule, Klasse und ein besonderes Ereignis können zusammen eine Person identifizierbar machen.
EigenleistungDer selbst erarbeitete und verantwortete Anteil einer Aufgabe. Erlaubte Hilfen müssen nach Aufgabenregel offengelegt werden.Beispiel: Ich kann erklären, weshalb ich einen Vorschlag übernommen oder verworfen habe.

10.2 Weiterführende Quellen und Ressourcen

Produkte und Praxisressourcen – gezielt auswählen

Diese Übersicht beschreibt Einsatzideen und Informationsquellen, keine Freigabeliste. Aktuelle Funktionen, Zugangsbedingungen und Eignung werden vor dem Einsatz geprüft.

  • ByCS-KI und AIS.chat – Informationen des Kultusministeriums: schulische Angebote als Ausgangspunkt für die Zugangswahl. Praxisidee: zeitlich begrenzter Lernpartner mit Hinweisen statt Komplettlösung.
  • BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit: Berufsinformationen, kein KI-Chatbot. Praxisidee: eine KI-Aussage über Tätigkeiten mit einer tatsächlichen Berufsbeschreibung vergleichen.
  • klicksafe: Materialien zur Medienbildung. Praxisidee: einen altersgerechten Baustein zu Manipulation und sicherem Verhalten auswählen.
  • Internet-ABC: KI: verständlicher Einstieg, besonders für jüngere Lerngruppen oder sprachliche Unterstützung. Praxisidee: eine Grundregel prüfen und auf eine eigene Situation übertragen.
  • ALP / KIKO und Beratung digitale Bildung: Fortbildungsinformationen über das Kultusministerium. Praxisidee: ein Jahrgangsteam entwickelt nach einer Fortbildung einen gemeinsamen, überprüften Unterrichtsbaustein.

Praktikabler Team-Ablauf: Ein Entwurf, eine zweite fachliche Prüfung, eine begrenzte Erprobung und eine kurze Bilanz. Erst geprüfte Materialien werden mit Datum und Zuständigkeit gemeinsam weiterverwendet.

10.3 Änderungshistorie

VersionDatum / Beschreibung
1.0 · Mittelschule17.09.2026 – Referenz in Gestaltung und Funktionen übernommen; Inhalte, Kompetenzprogression, Aufgabenregeln und Praxisbeispiele für Klassen 5–10 in FRG und REG neu gefasst. Arbeitsvorlage, kein schulischer Beschluss.
Schulische Fassung – Anpassung und Beschluss der jeweiligen Schule.

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